Wüstenblume
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Inhalt
Geheimnisvoll, stolz, wunderschön: Als die junge Somalierin Waris
Dirie (Liya Kebede) in
einem Londoner Fastfood-Restaurant von Starfotograf Terry Donaldson
(Timothy Spall) entdeckt
wird, feiert die internationale Modewelt begeistert die Geburt
eines neuen Top-Models. Doch hinter der glamourösen Fassade
verbirgt sich ein zutiefst bewegendes Schicksal.
Geboren in der Wüste Afrikas, wächst Waris im ständigen Kampf ums
tägliche Überleben auf. Als sie mit 13 Jahren zwangsverheiratet
werden soll, flieht sie, um dem Willen ihres Vaters zu entkommen.
Sie irrt tagelang durch die Wüste, bis sie schließlich die
somalische Hauptstadt Mogadischu erreicht. Die Familie ihrer Mutter
nimmt sie schützend auf und verschafft ihr eine Stellung als
Dienstmädchen in der somalischen Botschaft in London - wo sie
jahrelang das Haus nicht verlassen darf. Als ihr ein paar Jahre
später die Rückkehr nach Somalia droht, flieht Waris erneut. Sie
taucht in der Metropole unter, hält sich mit Gelegenheitsjobs über
Wasser und findet mit der quirligen Verkäuferin und
Lebenskünstlerin Marilyn (Sally
Hawkins) eine Freundin und Vertraute. Doch dann entdeckt sie
Donaldson und ein Märchen wird wahr: Die Designer reißen sich um
sie, Jetset und Presse lieben das Nomadenmädchen, das aus dem
Wüstenstaub den Weg auf die berühmtesten Laufstege der Welt
gefunden hat.
Waris Dirie wird zu einem der bestbezahlten Models der Welt. Doch
bei allem Erfolg holen Waris immer wieder die Schatten der
Vergangenheit ein, belastet sie das Geheimnis ihrer Kindheit. Auf
dem Höhepunkt ihrer Karriere erzählt sie in einem Interview von der
grausamen Tradition der Frauenbeschneidung, deren Opfer sie selbst
als kleines Mädchen wurde.
Die Veröffentlichung löst eine Welle von Mitgefühl und Protest aus
und Waris entschließt sich, ihr Leben dem Kampf gegen dieses Ritual
zu widmen..
LESETIPPS DER STIFTUNG LESEN
Waris Dirie
Nomadentochter
Blanvalet Verlag, München 2008, 287 S., € 7,00
Die in der Wüste Somalias geborene Nomadentochter Waris entfloh vor mehr als 20 Jahren ihrer Familie und entschloss sich ihrem Schicksal entgegen zu stellen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Nach Jahren voller harter Arbeit als Hausmädchen in London lernt sie einen Modefotografen kennen, der ihr zu großem Erfolg verhilft. Trotz des erreichten Wohlstandes und der frei gewählten Lebensumstände, befindet sich Waris in einer Lebenskrise und entschließt sich nach all den Jahren zurück in ihre Heimat zu reisen, um ihr Verhalten und ihre Gefühle besser verstehen zu können. Die Konfrontation mit ihrer Familie ist hart und für Waris ein Balanceakt die Lebensweise ihrer Familie und damit auch ein Teil ihrer Identität nachvollziehen zu können, ohne sie durch neu gewonnen Erkenntnisse zu verurteilen.
Ayaan Hirsi Ali
Mein Leben, meine Freiheit
Piper Verlag, München 2008, 493 S., € 9,95
Nach ihrem Aufwachsen in Somalia, Kenia, Saudi Arabien und anderen Ländern flieht Ayaan Hirsi nach einer Zwangsverheiratung in die Niederlande, wo sie studiert und ihr ein erfolgreicher Einzug in das Parlament gelingt. Als scharfe Kritikerin des Islam, besonders der Rolle der Frauen in dieser Religion, muss sie nach einem kritischen Film und der anschließenden Ermordung des Filmemachers Theo van Gogh in die USA fliehen, wo sie bis heute lebt. Der Roman erlaubt einen privaten Eindruck in die Entwicklung einer Frau die sich von der einstigen gläubigen Muslima hin zu einer religionskritischen weltlich gewandten Frau verändert hat und dabei natürlich Aufmerksamkeit erregt.